Do You Trust Me?

Die Installation „do you trust me?“ reduziert die digitale Kommunikation auf ihre physische Konsequenz. Während die Interaktion mit künstlicher Intelligenz im Alltag oft als flüchtiger Dialog wahrgenommen wird, macht diese Arbeit die Endgültigkeit des Datentransfers sichtbar. Das Interface ist manipuliert: Es gibt keine Korrekturtaste, kein Zurückweichen. Übrig bleiben die Buchstaben und ein Befehl: „Submit“. Wer schreibt, entscheidet sich für die Preisgabe. Die Eingabe wird unmittelbar zur Einlage in einem fremden Tresor – ein Transfer von privatem Gehalt in ein verschlossenes System. Die Arbeit isoliert den Moment des Absendens und stellt die Frage nach der Souveränität über das eigene Wort. In einer Umgebung ohne Löschfunktion wird das Tippen zu einem bewussten Akt des Vertrauens – oder der Preisgabe. Die Arbeit stellt die Systemfrage: Vertrauen wir der Technologie oder haben wir uns lediglich an die Ohnmacht gegenüber den AGBs der Tech-Giganten gewöhnt? In einer Welt, in der Daten zur wertvollsten Ressource der Weltwirtschaft aufgestiegen sind, ist jede Nachricht ein Investment – allerdings meist nicht in die eigene Zukunft, sondern in die Profitmargen Dritter.

Ausgestellt

// Kunst und Katastrophe, Gruppenausstellung im Atelierhaus Essen, 2026