Altendorf


Fortlaufende fotografische Beobachtung eines Essener Stadtteils

Altendorf ist ein Stadtteil westlich der Essener Innenstadt – geprägt von Nachkriegssiedlungen, heterogenen Bevölkerungsstrukturen und einer Geschichte, die sich nicht auf den ersten Blick zeigt. Zwischen vierspurigen Ausfallstraßen, Discounterfassaden und stillgelegten Gleisen eröffnet sich ein städtischer Raum, der zugleich funktional, fragmentiert und voller gelebter Realität ist.

Diese fotografische Serie versteht sich als fortlaufende visuelle Erkundung: Sie dokumentiert Altendorf nicht als Kulisse, sondern als sich wandelnden Lebensraum – mit offenem Blick für soziale Spannungen, unspektakuläre Schönheit und beiläufige Details. Im Zentrum steht der Alltag: Fassaden mit Widersprüchen, Brachflächen, Übergänge. Orte, die weder touristisch noch symbolisch aufgeladen sind, und gerade deshalb ein Bild davon vermitteln, wie Stadt tatsächlich funktioniert. Die Kamera übernimmt hier keine erklärende Funktion. Stattdessen sucht sie nach Oberflächen, Spuren, Mustern des Gebrauchs. Der dokumentarische Ansatz verzichtet bewusst auf Dramatisierung – Altendorf wird nicht interpretiert, sondern sichtbar gemacht.

Die Arbeit ist nicht abgeschlossen. Sie wächst mit dem Viertel, mit der Zeit, mit jeder Begegnung im Stadtraum.

2021

2020

2019