Eine Installation zur digitalen Materialität von Raum
Die Installation „Default Cube“ untersucht die Schnittstelle zwischen virtueller Konstruktion und physischer Wahrnehmung. Im Zentrum steht die Frage, wie digitale Räume – meist als abstrakte Datenkörper verstanden – in den realen Raum rückübersetzt werden können, ohne ihre Herkunft aus der Simulation zu verleugnen. Ausgangspunkt ist dabei der „Default Cube“ – jenes standardisierte 3D-Objekt, das in vielen digitalen Modellierungsumgebungen als Ausgangsform erscheint. Dieses scheinbar neutrale Element wird in der Installation zum Träger einer Untersuchung über die Materialität des Digitalen: Dreidimensionale Rohdaten werden mittels Projektion, Licht und räumlicher Anordnung in den Realraum übersetzt. Es entstehen Schichtungen und Überlagerungen zwischen virtuell erzeugtem Volumen und physischer Präsenz – ein hybrider Raum, der visuell und körperlich erfahrbar wird. Die Besucher*innen sind eingeladen, sich durch die Installation zu bewegen, ihre Perspektive zu verändern und durch Interaktion neue Lesarten des Raumes zu erschließen.
„Default Cube“ macht die digitalen Grundlagen heutiger Gestaltung sichtbar – und zugleich spürbar. Der virtuelle Raum verliert seine Abstraktion und wird zur haptischen, fast greifbaren Erfahrung.

Ausgestellt
// Vier Wände, Licht, Zwei Türen

Am 14. Juli 2023 um 19.00 Uhr zeigen Studierende des Fachbereichs Gestaltung der Folkwang Universität der Künste unter der Leitung von Prof. Elke Seeger und Max Füllbier medienübergreifende, künstlerische Experimente in der Hochdruck-Anlage des UNESCO-Welterbes Zollverein. Zu sehen sind ortsspezifische Arbeiten, die sich an der Schnittstelle zwischen Video, Fotografie, Grafik, Simulation und Installation bewegen. Als Rundgang konzipiert interpretieren die künstlerischen Eingriffe die Architektur der Hochdruck-Anlage neu.
Ein Teil der Studierenden beschäftigt sich mit noch unerschlossenen Orten des Areals, wobei zeitgenössische, digitale Techniken genutzt werden, um eine neue Erfahrung mit den generierten Wirklichkeiten zu ermöglichen. Andere wiederum haben sich durch die ehemalige Funktion der Hochdruck-Anlage auf der Kokerei inspirieren lassen. Die Neuinterpretation des Raums spielt bei allen künstlerischen Arbeiten eine entscheidende Rolle, sowohl bei der Entstehung der Werke als auch im simulierten und realen Raum der Installationen.
Beteiligt sind Jonathan Heitkämper, Vivian Hötter, Anjali Janssens, Daniel Kopsch, Majid Moussavi, Leander Mundus, Farnaz Shahryari, Caja Sonnenschein, Moritz Wondrak und Alina von Zittwitz.





